Aktuelles - Tierarztpraxis Dr. Pfaffernoschke

VonDr. Pfaffernoschke

Sachgerechte Informationen nötig: Antibiotikaresistenzen lassen sich nicht durch Panikmache vermeiden

„Vorsicht vor dem Hunde! – Auch im Freien und im Haus gehaltene Tiere können resistente Keime in sich tragen, wenn Sie oft zum Tierarzt gehen“. So lauteten Titel und Bildunterschrift eines Artikels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Anfang vergangener Woche über den vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Bericht zur Resistenzsituation verschiedener bakterieller Erreger bei Nutz- und Heimtieren in Deutschland. „Einen überwiegend sachlichen Beitrag nahezu ohne Bezug zum Inhalt derart reißerisch und sinnentstellt zu betiteln, ist nicht nachvollziehbar“, kritisiert der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Dr. Hans-Joachim Götz. Hundebesitzern wird damit suggeriert, ihr Tier infiziere sich in der Tierarztpraxis mit multiresistenten Staphylokokken (MRSA) und stelle damit eine Gefahr dar. „Das kann dazu führen, dass Erkrankungen bei Hunden zu spät oder schlimmstenfalls gar nicht mehr behandelt werden können, weil sich die Besitzer scheuen, mit ihrem Tier rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen“, so Götz. Zu allem Überfluss wird die Fehlinformation von Titel und Bildunterschrift komplettiert durch die Angabe im Artikel, 55 Prozent der untersuchten rund 2.500 Stichproben enthielten MRSA von Hunden. Ein Trend nach oben sei zu beobachten. Das alles bestätigt der Resistenzbericht jedoch nicht. Tatsächlich wurden im Rahmen der Gesamtuntersuchung lediglich 25 Stichproben aus Hautinfektionen von Hunden untersucht. Bei rund 14 davon fanden sich MRSA. Die im Artikel angegebenen 55 Prozent beziehen sich also lediglich auf 25 Proben. Deshalb wird im Resistenzbericht explizit darauf hingewiesen, dass aufgrund der geringen Anzahl der untersuchten Proben kaum gesicherte Aussagen zu Veränderungen im Resistenzverhalten möglich waren. „Fast hat es den Anschein, als beabsichtige man die Öffentlichkeit hinsichtlich ihrer Risikowahrnehmung jetzt in eine andere Richtung zu lenken“, mutmaßt Götz. Wurde doch gerade erst zu Anfang des Jahres durch die Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung festgestellt , dass deutsche Verbraucher entgegen der Realität mehrheitlich die Nutztierhaltung als Ursache für Antibiotikaresistenzen ansehen und die Frage aufgeworfen, ob dies medial beeinflusst sei. Folgt jetzt ein Schwenk zum Hobbytier? Tatsache ist, dass die Häufigkeit bakterieller Krankheitserreger mit einer Resistenz gegen Antibiotika in den letzten 20 Jahren weltweit deutlich zugenommen hat. Überall dort, wo Antibiotika angewendet werden, kann es zur Selektion bereits bestehender Resistenzen kommen und neue Resistenzmechanismen können begünstigt werden. Human- und Veterinärmedizin sind gleichermaßen betroffen und folglich alle Menschen und Tiere. Das ist nichts Neues mehr. Auch die Untersuchung der Resistenzsituation bei Heimtieren ist nicht neu. Bereits seit dem Studienjahr 2006/2007 untersucht das BVL auch Proben von Hobbytieren. Bekannt durch andere Untersuchungen ist auch, dass MRSA zwischen Mensch und Hobbytier in beide Richtungen übertragen werden können. „Statt vor dem Hund zu warnen, wäre es daher viel wichtiger und vor allem sinnvoller, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, wie jeder Einzelne durch geeignete Hygienemaßnahmen und sachgerechte Anwendung von verschriebenen Antibiotika gemäß Vorgaben seines Arztes oder Tierarztes bei sich selbst bzw. seinem Tier die Entstehung und Verbreitung resistenter Erreger vermeiden kann“, betont der bpt-Präsident.

VonDr. Pfaffernoschke

Hundejahre in Menschenjahren – Ein Vergleich

Anbei eine Grafik, die anschaulich darstellt, wie alt unsere Liebsten sind. Sie können hier das Alter Ihres Hundes gemessen in Menschenjahre vergleichen. Sie sehen auch einen Unterschied zwischen kleinen und großen Rassen. Zudem finden Sie hier eine Übersicht über die durchschnittliche Lebenserwartung von Haustieren.

VonDr. Pfaffernoschke

Hunde werden immer älter: Vorsorgeuntersuchungen helfen, Krankheiten rechtzeitig zu entdecken

Bello ist heute mal wieder extrem träge. Sein Mittagsschläfchen will nicht enden, nur ab und zu trottet er gemächlich zu seinem Futternapf, um ein paar Happen zu sich zu nehmen. Muss ich mir Sorgen machen? Diese Frage stellen sich viele Hundehalter, wenn der vierbeinige Hausgenosse schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und Verhaltensänderungen sichtbar werden. Oder ist das einfach nur dem Alter geschuldet? Schließlich macht es sich auch Opa zunehmend auf seinem Ohrensessel gemütlich, aber Opa ist ja auch schon 80 Jahre alt, Bello gerade mal erst 8. Doch Achtung, Hundejahre zählen mehr als Menschenjahre. Demnach ist Bello eigentlich schon ziemlich alt, da darf sich das ein oder andere Zipperlein bemerkbar machen. Je nach Rasse beginnt der Alterungsprozess zwischen sechs und neun Jahren. Und eine Studie der Veterinärklinik München aus den 90er Jahren belegt, dass sich die durchschnittliche Lebenszeit beim Hund seit Mitte der 80er Jahre um rund ein Jahr erhöht hat. Damit einhergehen verständlicherweise eine nachlassende Leistungsfähigkeit, immer häufiger auch altersbedingte Erkrankungen. Herz und Kreislauf können den vierbeinigen Senioren zu schaffen machen, der gesamte Bewegungsapparat leidet unter Abnutzungserscheinungen, Arthrose von Hüft- und Kniegelenk sind häufig diagnostizierte Krankheiten beim Hund. Rund 30.000 ältere Hunde leiden auch an Diabetes mellitus, andere an einer Nebennierenrindenüberfunktion, dem sogenannten Cushing-Syndrom, das mit zahlreichen und vielseitigen Symptomen einhergeht. Im Alter bleibt es leider häufig nicht bei einer Krankheit. Tierärzte sprechen dann von Mehrfacherkrankungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese so genannte Multimorbidität bereits im Alter von sechs Jahren beginnt. Es kann sich dabei um klassische Alterskrankheiten, aber auch um verschleppte Jugendkrankheiten handeln, die bis zum Alter hin chronisch geworden sind. Regelmäßige Altersvorsorgeuntersuchungen schaffen schnell Gewissheit. Noch besser ist es, Hunde schon vor Eintritt in die Seniorphase dem Tierarzt regelmäßig vorzustellen. Bei frühzeitigen Vorsorgeuntersuchungen hat der Tierarzt die Möglichkeit, das Tier im wahrsten Sinne auf Herz und Nieren zu untersuchen und geeignete Therapien einzuleiten. Das Alter des Hundes versteht man besser, wenn man es mit Menschenjahren vergleicht. Große Hunderassen beispielsweise haben bereits mit sechs Jahren die Seniorenphase erreicht, mittlere Rassen mit acht bis neun Jahren. Kleine Rassen werden sehr viel älter und zählen erst mit neun Jahren zu den Senioren. Der achtjährige Bello also hat das Recht ein wenig kürzer zu treten, auch wenn er gesund ist und ein Geriatriecheck Entwarnung gegeben hat.

VonDr. Pfaffernoschke

Hunde aus dem Ausland

Viele Tierschutzorganisationen vermitteln herrenlose Hunde aus südlichen Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien oder der Türkei nach Deutschland. Manche Urlauber entschließen sich aber auch spontan, einen streunenden Hund, den sie vor Ort in ihr Herz geschlossen haben, aus den Ferien mit nach Hause zu bringen. So oder so: Bei jedem dieser Hunde besteht die Möglichkeit, dass er Krankheitserreger in sich trägt, die in südlichen Regionen, z. B. über Zecken und Mücken übertragen werden können. Aus diesem Grund lassen Tierschutzorganisationen häufig Tests auf bestimmte Erkrankungen durchführen, bevor sie die Hunde nach Deutschland vermitteln. Dies reicht aber meist nicht aus, um herauszufinden, ob der Hund wirklich frei von Erregern ist. In der Regel müssen daher in Deutschland weitere Tests gemacht werden. Nun sollte aber auch nicht jeder Hund, der nach Deutschland kommt, auf alle möglichen Erreger untersucht werden. Denn eine Untersuchung macht nur dann Sinn, wenn das Ergebnis daraus auch praktische Konsequenzen für Tier und Halter hat. Klingt zunächst alles sehr kompliziert, aber die parasitologische Expertenorganisation ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) hat jetzt eine praktische Checkliste erstellt, die kurz und verständlich aufzeigt, welche Untersuchungen und Behandlungen empfohlen sind. Diese Checkliste kann ab sofort hier kostenfrei heruntergeladen und/oder ausgedruckt werden: Infoblatt für Hunde aus dem Ausland (PDF)

VonDr. Pfaffernoschke

Katzen werden immer älter

Mieze ist heute mal wieder extrem träge. Ihr Mittagsschläfchen will nicht enden, nur ab und zu trottet sie gemächlich zu ihrem Futternapf, um ein paar Happen zu sich zu nehmen. Sind das normale Alterserscheinungen oder muss ich mir Sorgen machen? Diese Frage stellen sich viele Katzenhalter, deren Haustiger schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, wenn Verhaltensänderungen sichtbar werden. Der Alterungsprozess beginnt bei Katzen mit etwa zehn Jahren. Wohnungskatzen leben dann häufig noch weitere zehn Jahre und bedürfen einer altersangepassten Betreuung. Dies lohnt sich. So belegt eine Studie der Veterinärklinik München aus den 90er Jahren, dass sich die durchschnittliche Lebenszeit bei Katzen seit Mitte der 80er Jahre um rund drei Jahre erhöht hat. Mit der steigenden Lebenserwartung gehen verständlicherweise eine nachlassende Leistungsfähigkeit, immer häufiger auch altersbedingte Erkrankungen, einher. Herz und Kreislauf können den vierbeinigen Senioren zu schaffen machen, der gesamte Bewegungsapparat leidet unter Abnutzungserscheinungen, Arthrose von Hüft- und Kniegelenk sind häufig diagnostizierte Krankheiten. Ältere Katzen leiden zudem häufig an einer felinen Hyperthyreose, einer Überfunktion der Schilddrüse. Betroffene Katzen sind bei der Diagnosestellung im Durchschnitt bereits 13 Jahre alt.

Doch auch jüngere Tiere ab einem Alter von vier Jahren können erkranken. Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Katzen ab dem elften Lebensjahr die Zahl der Krankheiten generell zunimmt. Im Alter bleibt es leider häufig nicht bei einer Krankheit. Tierärzte sprechen dann von Mehrfacherkrankungen. Es kann sich dabei um klassische Alterskrankheiten, aber auch um verschleppte Krankheiten aus der Jugendzeit handeln, die bis zum Alter hin chronisch geworden sind. Regelmäßige Altersvorsorgeuntersuchungen schaffen schnell Gewissheit. Noch besser ist es, Katzen schon vor Eintritt in die Seniorphase dem Tierarzt regelmäßig vorzustellen. Bei frühzeitigen Vorsorgeuntersuchungen hat der Tierarzt die Möglichkeit, das Tier im wahrsten Sinne auf Herz und Nieren zu untersuchen und geeignete Therapien einzuleiten. Tierärzte werden bei solchen Alterschecks auch immer wieder hilfreiche Informationen für eine gesunde Fütterung / Ernährung, die auf das Alter des Tieres abgestimmt ist, geben. Dies gilt vor allem auch für übergewichtige Risikopatienten. Wer seine Katze so gut umsorgt und gesundheitlich fit hält, schafft beste Voraussetzungen, ihr einen unbeschwerten Lebensabend zu bescheren.